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26/01/2016 / birgitrie

Wenn sie tanzt

Aber wenn sie tanzt, dann geht es ihr gut.

Sie kann lange tanzen. Die Musik hat sie im Ohr. Sie singt, sie springt, sie dreht sich. Bis ihr schwindelig ist. Dann legt sie sich auf den kalten Fliesenboden, Arme und Beine weit von sich gestreckt. Ihr Pulsschlag im Rhythmus einer Uptempo-Nummer. Den Mund weit offen. Das Lächeln wirkt wie eingefroren.

In ihrem Wohnzimmer hat sie kein Sofa stehen, auch keinen Tisch, keinen Schrank. Die Leute fragen sie manchmal, warum. „Damit ich frei sein kann“, antwortet sie dann. Die Leute können das nicht verstehen. Sie hatte einmal ein Sofa. Aber als ihre große Zehe einmal beim Tanzen böse mit dem Couchbein kollidierte – so böse, dass die Zehe neun Tage lang dunkelviolettblau war, da entschied sie sich für die Zehe und gegen das Sofa. Und für die Freiheit.

Wenn sie tanzt, dann vergisst sie die Welt. Wenn sie tanzt, dann ist sie frei.

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