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26/09/2013 / birgitrie

Es ist erbärmlich

Wenn Eltern, häufig Väter, ihre Kinder schlagen, hat das die unterschiedlichsten Auslöser. Die Kleinen stellen irgendetwas an, sind frech, halten sich nicht an, von wem auch immer aufgestellte, Regeln. Manche Eltern mögen die „g’sunde Watschn“ noch immer für eine passende Erziehungsmaßnahme halten. Schlagen also vielleicht ganz bewusst zu.
Häufig schlagen Väter auch zu, wenn ihnen sonst nichts einfällt, wenn die Worte nicht mehr reichen, dann muss die Hand sprechen und ihre Wirkung tun. Wie erbärmlich das bloß ist! Der Vater sollte seinem Kind an Argumentationsfähigkeit und geistiger Reife doch weit überlegen sein. Trotzdem schafft der schlagbereite Vater es nicht, einen Konflikt auf dieser Ebene zu sortieren und spielt dann sein körperliche Überlegenheit aus. Es ist erbärmlich. Viel logischer wäre es, wenn dieser Mann einen Gesprächspartner, nehmen wir beispielhaft seinen Chef, der ihm argumentativ überlegen ist, schlagen würde, weil ihm eben nichts mehr zu sagen einfällt. Er wird dies wohl nicht tun. (Und ich will natürlich nicht sagen, dass er dies tun sollte.) Nur gegen seine geistig, wie körperlich unterlegenen Kinder greift er zur Hand. Wie gesagt.
Es ist erbärmlich.

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  1. Gottfried Hufnagel / Sep 26 2013 14:25

    Liebe Birgit, du hast sowas von recht.
    Eltern, die Kinder schlagen, wirken auf mich sehr hilflos. Das passiert -aus eigener Erfahrung- schon mal, dass einem der kleine Mensch emotional um die Nasenlänge voraus ist. Einfach um den Ticken sturer oder frecher als man selbst. Ja, das passiert. Dann ist es schwierig einen Schritt aus der Situation raus zu machen und zu aktzeptieren, dass es jetzt vielleicht mal nach dem Kopf des Kindes geht. Dieses eine mal. Nur diese eine Ausnahme. Diese eine nicht gegeben Watsch’n. Wär doch schon was.
    Nein, ich schlag meine Tochter nicht. Aber ich weiß, wie wütend ich werd, wenn ich auf der sprichwörtlichen Seife steh. Manchmal geh ich dann aus dem Zimmer und brüll in die Bettdecke. Auch nicht schön, aber naja… ich übe noch.

    Lg Gottfried

  2. birgitrie / Okt 2 2013 16:26

    Lieber Gottfried,
    zum ersten: Sorry fürs verspätete Freischalten und Antworten – letzteres wollte ich in Ruhe tun.
    Danke für deine ehrlichen Worte. Ich kann nachvollziehen, was du sagen willst. Kinder sind manchmal verflucht gevift…
    Ich hab zwar keine eigenen Kinder, habe aber vor einiger Zeit eine Weile lang auf Kinder im Trotzalter aufgepasst. Und die haben auch nicht immer das gemacht, was ich wollte. Und wenn ich dann zudem einen schlechten Tag hatte, dann hat mich sowas extrem wütend gemacht. Und an so einem Tag, hab ich mal etwas gesagt, was ich nicht hätte sagen sollen. Aber die Hand? Nein.
    Wir sind nicht perfekt. Kinder nicht und Erwachsene schon gar nicht. Aber wenn wir in der Lage sind aus Fehlern zu lernen, ist das schon mal ziemlich viel wert.
    lg
    birgit

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