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20/10/2011 / birgitrie

Entspannungszug

Dieser Zug hält Wort. „Entlastungszug“ nennt er sich. „Entspannungszug“, „Beruhigungszug“ oder „Vergiss-deine-Sorgen-Zug“ würde ihm auch gut zu Gesichte stehen. Keine Sprechgeräusche, nur hie und da ein Flüstern. Das Umblättern von Zeitungen. Kein Handyläuten. Ein Schnäuzer. Mehrere Huster. Der Wagen quietscht, knarrt. Unüberhörbar. Ich erinnere mich an die anfängliche Durchsage: „Aufgrund des technischen Gebrechens eines Waggons ist unser Zug derzeit 10 Minuten verspätet.“ Auch das kann mich im Moment überhaupt nicht in meiner „Entlastung“ stören. Es ist so ruhig, dass ich befürchte, mein Magenknurren könnte andere Fahrgäste in ihrer Entspannung stören. Der Zug nimmt Tempo auf. Unüberhörbar. „Wrmmm“ und klirrende Fensterscheiben statt „Quietschen“ und Knarren.

 Die Ruhe in einem voll besetzten offenen Abteil – das ist wirklich ungewöhnlich. Bis, ja bis… Ein Handyläuten. Es kommt mir bekannt vor. Unüberhörbar. Mein schlechtes Gewissen. Unübersehbar.

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