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05/09/2011 / birgitrie

Abrupte Stille

Wie sehr man sich an etwas gewöhnt hat, wie sehr man ohne etwas ja fast schon nicht mehr kann, merkt man erst, wenn man es plötzlich nicht mehr hat. Was mich zu diesem weisen Einstiegssatz bewegt? Die plötzliche Stille in meinen Ohren. In punkt Amstetten war es so weit. Mitten unter REM’s „Walk unafraid“ und bei einer verbleibenden Restreisezeit von laut Reisebegleiter 66 Minuten hörte Michael Stipe auf zu singen. Ganz plötzlich. Ohne Vorwarnung. Keine Piepstöne, die einen auf den fast leeren Akku hinweisen. Kein Dahinleiern (jetzt nicht sagen, das wäre mir bei REM nicht aufgefallen). Eine freundliche Stimme hätte mich auf das Akku-Aus vorbereiten können: „Sehr geehrte Hörerin. Hier spricht Ihr MP3-Player. Wir unterbrechen Ihr persönliches Musikprogramm für eine wichtige Durchsage. Die Kapazität Ihres Akkus neigt sich dem Ende zu. Eine Beschallung bis zum Ende Ihrer Reise ist leider nicht möglich. Sie haben daher die Wahl: Wählen Sie (1) für Reise in Amstetten beenden. Wählen Sie (2) für alle 15 Minuten einen Song hören. Wählen Sie (3) für Energiesparmodus: (3a) Sänger singt nur jedes zweite Wort. (Hörbeispiel: Walk …, I’ll … clumsy …, Hold … love … or … me …), (3b) Instrumental, (3c) nur Gesang. Wählen Sie (4) für Musik in normalem Modus bis zum Ende der Akku-Kapazität abspielen und dann 66 Minuten ohne mich klar kommen.

Oder so. Das wäre zumindest einfühlsamer gewesen.

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