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20/08/2011 / birgitrie

Gleisanrainer

Neben der Bahnlinie – das war früher einmal ein begehrter Platz für eine Firma, die etwas auf sich hielt. Direkt in deren Aussichtsbereich sollte sich der in großen Lettern geschriebene Name des Unternehmens ins Gedächtnis der Durchreisenden einprägen. Aber das war einmal. Heute zählt nur noch die Nähe zu einem Autobahnkreuz, eine breite Zufahrtsstraße und eine möglichst einfache Auffindbarkeit. Die Lettern mit den Firmennamen so hoch gestellt, dass sie über die schon recht hohen Lärmschutzwände hinausragen. Die Nähe zur Bahn? Maximal aus Zufall. Niemals aus System. Ist es dann auch Zufall, dass viele dieser einst so renommierten, neben der Bahn angesiedelten Unternehmen nach und nach den Bach hinunter gingen? Verstellte am Ende gar die Bahn den Blick auf den Wandel der Zeit? Konnte man hinter den Gleisen nicht erkennen, dass auf der anderen Seite, direkt beim Autobahnzubringer, viel schickere und günstigere Möbel produziert wurden?

Das Unternehmensbild entlang der Bahnstrecken hat sich jedenfalls gewaltig verändert. Heute haben sich hier Schrotthändler, Autofriedhöfe und Müllsortierer angesiedelt. Am Ende hat so sogar das eine oder andere gute Stück des einst so stolzen Möbelfabrikanten den Weg zurück in den Aussichtsbereich der Bahnfahrer geschafft. Freilich nicht mehr als Fauteuil oder Couch erkennbar – nach dem harten Gang durch die Schrottpresse.

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